Wenn niemand mehr entscheidet

Über Standards, Erfahrung – und das leise Verschwinden von Verantwortung.

Wenn niemand mehr entscheidet

Ein Inframanager sitzt mit zwei Kollegen an einer Weiche.

Vor ihnen steht ein Zug.

Der Lokführer daneben raucht.

Über Situationen, in denen Standards enden – und darüber, was Verantwortung trägt, wenn Erfahrung leise verschwindet.

Ein umgestürzter Baum liegt vor der Lok.

Der Himmel ist düster.

Niemand spricht.

Kein Standard greift.

Keine Checkliste hilft weiter.

Alles wurde richtig gemacht –

und trotzdem steht alles still.

In solchen Momenten zeigt sich,

was Organisationen oft erst sehr spät bemerken:

Nicht das Regelwerk fehlt.

Es fehlt die Person,

die sagt: „Ich übernehme das jetzt.“

Der Verlust beginnt nicht mit der Störung.

Er beginnt früher.

Er beginnt, wenn erfahrene Menschen gehen

und niemand wirklich merkt,

was sie mitnehmen.

Nicht das dokumentierte Wissen.

Nicht die Prozesse.

Sondern das Gespür für Situationen,

in denen es keine saubere Lösung gibt.

Dann bleiben Systeme zurück,

die funktionieren –

solange alles planmäßig läuft.

In der ersten echten Abweichung wird es still.

Niemand widerspricht.

Niemand entscheidet.

Alle warten auf Freigaben,

die es in dieser Situation nicht geben kann.

Dieser Zustand ist kein Ausnahmefall.

Er ist das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen davor:

Erfahrung nicht geschützt.

Verantwortung nicht zugelassen.

Unsicherheit lieber vertagt als getragen.

Die eigentliche Frage ist deshalb nicht,

warum Verantwortung verschwindet.

Sondern:

Xxxxxccccccv

Er beginnt früher.

Er beginnt, wenn erfahrene Menschen gehen

und niemand wirklich merkt, was sie mitnehmen.

Nicht ihr Wissen aus Schulungen.

Nicht die Dokumentation.

Sondern das, was man nur hat,

wenn man Situationen schon einmal durchgestanden hat.

Dann bleiben Systeme zurück, die funktionieren –

aber nur solange alles planmäßig läuft.

In der ersten echten Abweichung wird es still.

Niemand widerspricht.

Niemand übernimmt.

Alle warten auf Freigaben,

die es in dieser Situation nicht geben kann.

Was fehlt, ist keine Regel.

Es fehlt die Person,

die sagt: „Ich entscheide das jetzt.“

Dieser Verlust ist schleichend.

Er taucht in keinem Reporting auf.

Er wird oft sogar für Fortschritt gehalten.

Bis zu dem Tag,

an dem eine Entscheidung nötig ist

und niemand mehr da ist,

der sie tragen kann.

Vielleicht ist das die eigentliche Führungsfrage unserer Zeit:

Wer bleibt entscheidungsfähig,

wenn Erfahrung das Unternehmen verlässt?

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